OnPage Optimierung ist der Teil der Suchmaschinenoptimierung, den du vollständig selbst in der Hand hast. Keine Abhängigkeit von Linkpartnern, keine Wartezeit auf Redaktionen, kein Budget für Anzeigen. Du änderst eine Seite, Google crawlt sie, und in Tagen bis Wochen siehst du das Ergebnis in der Search Console. Für Shops ist das der Bereich mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, besonders am Anfang.
Diese Checkliste ist für Onlineshops geschrieben, nicht für Blogs oder Firmenwebsites. Sie unterscheidet zwischen Kategorieseiten, Produktseiten und Ratgebern, weil jeder Seitentyp andere Regeln hat. Alle Punkte stammen aus Audits und Betreuungen von Shops, viele davon in Branchen ohne Zugang zu Google Ads. Am Ende steht ein Ablauf, in welcher Reihenfolge du die 40 Punkte abarbeitest.
Was OnPage Optimierung ist und was nicht
OnPage Optimierung bezeichnet alle Maßnahmen auf der einzelnen Seite und innerhalb der eigenen Domain: Inhalte, HTML-Elemente, Struktur, interne Links, Bilder, Ladezeit und strukturierte Daten. Der Gegenbegriff ist OffPage Optimierung, also alles außerhalb der Domain, in erster Linie Backlinks und Erwähnungen.
Manche trennen zusätzlich OnSite (die technische Basis der ganzen Domain: Hosting, Sitemap, robots.txt, Ladezeit) von OnPage (die einzelne Seite: Title, Text, Überschriften). In der Praxis eines Shops verschwimmt das, weil Theme-Anpassungen auf alle Seiten wirken. Diese Checkliste behandelt beides.
| Bereich | Gehört zu OnPage? | Beispiele |
|---|---|---|
| Meta-Elemente | ja | Title, Meta Description, Canonical, Robots-Anweisungen |
| Inhalt | ja | Kategorietexte, Produktbeschreibungen, FAQ, Überschriften |
| Struktur | ja | URL, Breadcrumbs, interne Verlinkung, Navigation |
| Medien | ja | Bilddateinamen, Alt-Texte, Komprimierung, Videos |
| Technik | ja (OnSite) | Ladezeit, Mobilfähigkeit, HTTPS, Sitemap, strukturierte Daten |
| Backlinks | nein (OffPage) | Links von anderen Domains, Erwähnungen, digitale PR |
Teil 1: Title und Meta Description
Der Title ist das stärkste OnPage-Element. Er steht in den Suchergebnissen als blaue Überschrift und sagt Google, worum es auf der Seite geht. Die Meta Description beeinflusst das Ranking nicht direkt, aber die Klickrate, und die entscheidet, ob ein Ranking Besucher bringt.
- Jede Seite hat einen eigenen Title mit dem Hauptkeyword vorne. Maximal 60 Zeichen, sonst wird er abgeschnitten.
- Kategorie-Titles enthalten ein Kaufargument. „CBD Öl kaufen: Bio-Qualität aus Österreich“ statt „CBD Öl – Shopname“.
- Produkt-Titles nennen Marke und Modell. „Arizer Solo 3 Vaporizer kaufen“ statt „Solo 3“.
- Meta Descriptions sind pro Seite geschrieben, maximal 155 Zeichen. Nutzen, Vorteil, Handlungsaufforderung. Bei Hunderten Produkten reicht eine gute Vorlage mit Platzhaltern für die weniger wichtigen Seiten.
- Keine doppelten Titles im Shop. Mit einem Crawler wie Screaming Frog prüfen. Doppelte Titles zeigen fast immer doppelte oder unnötige Seiten.
Teil 2: Überschriften und Seitenstruktur
Überschriften geben Google und Nutzern die Gliederung. Sie sind kein Rankingfaktor, der Berge versetzt, aber ein Signal, das die Relevanz stützt und die Lesbarkeit verbessert.
- Genau eine H1 pro Seite mit dem Hauptkeyword. Bei Kategorien der Kategoriename in Kundensprache, bei Produkten Marke plus Modell.
- H2 für Abschnitte, H3 für Unterpunkte, keine Sprünge. Viele Themes setzen den Shopnamen oder das Logo als H1. Das gehört korrigiert.
- Kategorietexte haben Zwischenüberschriften mit Varianten des Keywords. „Tragbare Vaporizer für Kräuter“, „Tragbare Vaporizer für Konzentrate“, „Worauf du beim Kauf achten solltest“.
- FAQ-Fragen als H3. Das hilft Google, die Fragen zu erkennen, und liefert Stoff für KI-Suchsysteme, die solche Blöcke gern zitieren.
Teil 3: URL-Struktur
- URLs sind kurz, kleingeschrieben, mit Bindestrichen, ohne Umlaute und Parameter. /vaporizer/tragbar/ statt /Kategorie/Vaporizer%20Tragbar?id=42.
- Das Keyword steht in der URL. Bei Shopify im Handle, bei WooCommerce im Permalink.
- URLs bleiben stabil. Jede Änderung braucht eine 301-Weiterleitung, sonst gehen Rankings und Links verloren.
- Produkte haben eine kanonische URL. Auch wenn sie in mehreren Kategorien liegen, zeigt der Canonical auf eine Version.
Teil 4: Inhalt auf Kategorieseiten
Kategorieseiten ranken für die Keywords mit Kaufabsicht. Sie sind der wichtigste Seitentyp für OnPage im Shop. Der Vaporizer-Shop Norddampf hat seinen organischen Traffic in zwölf Monaten verzwölffacht, und der größte Teil davon kam über Kategorieseiten mit Text, Struktur und interner Verlinkung.
- Kurzer Einleitungstext oberhalb der Produkte. Zwei bis drei Sätze mit Keyword, die den Bedarf ansprechen, ohne das Grid nach unten zu schieben.
- Ausführlicher Text unterhalb der Produkte. 300 bis 800 Wörter: Kaufkriterien, Unterschiede zwischen Produkttypen, Preisklassen, häufige Fragen.
- Der Text beantwortet Fragen, die Kunden vor dem Kauf haben. Nicht „Wir sind dein Shop für Vaporizer“, sondern „Konduktion oder Konvektion: Was ist der Unterschied?“
- Links zu Unterkategorien und Nachbarkategorien im Text. Mit Ankertexten, die das Keyword der Zielseite enthalten.
- FAQ-Block mit drei bis fünf Fragen. Aus dem Support, aus der Google-Box „Ähnliche Fragen“ oder aus einem KI-Prompt.
- Keyword-Dichte natürlich halten. Das Keyword in H1, erstem Absatz, einer Zwischenüberschrift und ein paar Mal im Text reicht. Wer zwanzig Mal „Vaporizer kaufen“ schreibt, verliert Leser und wirkt auf Google wie Spam.
Beispiel aus dem Shop-Alltag
Ein Headshop hatte die Kategorie „Bongs“ mit 200 Produkten, einem Satz Text und einer H1 „Alle Produkte“. Nach der OnPage-Überarbeitung stand dort: H1 „Bongs aus Glas, Acryl und Silikon“, ein Einleitungstext, ein Kaufratgeber unterhalb der Produkte mit Abschnitten zu Material, Größe, Percolator und Reinigung, ein FAQ-Block und Links zu den Unterkategorien nach Material. Zusätzlich ein klarer Hinweis, dass der Verkauf nur an Volljährige erfolgt. Innerhalb von zehn Wochen stieg die Seite von Platz 28 auf Platz 11, ohne einen einzigen neuen Backlink.
Teil 5: Inhalt auf Produktseiten
- Top-Produkte haben eigene Beschreibungen. Die oberen zehn Prozent nach Umsatz und Suchvolumen bekommen 200 bis 500 Wörter, die nicht vom Hersteller stammen.
- Alle anderen Produkte folgen einer Vorlage. Herstellertext plus eigene Zusammenfassung, technische Daten als Tabelle, Versandhinweis, Link zur Kategorie und zu Zubehör.
- Kundenbewertungen sind als Text auf der Seite. Nicht nur als Sternchen im Widget, sondern lesbar im HTML.
- Varianten sind keine eigenen indexierbaren Seiten. Farbe und Größe laufen unter einer URL.
- Ausverkaufte Produkte bleiben online mit Hinweis und Alternativen. Dauerhaft entfernte werden auf die Kategorie weitergeleitet.
Bei CBD, Nahrungsergänzung und Vape gelten für Produkttexte zusätzliche Regeln: keine Aussagen über Wirkung auf Krankheiten, keine Heilsversprechen, keine Formulierungen, die gegen die Health-Claims-Verordnung verstoßen, Hinweise auf Altersgrenzen. Google bewertet gesundheitsnahe Inhalte strenger, und die Werberichtlinien von Google Ads schließen diese Produkte ohnehin aus. Das ist keine Rechtsberatung, sondern eine Erfahrung aus Audits. Wie du solche Texte schreibst, steht auf unserer Seite SEO Texte.
Teil 6: Interne Verlinkung
Interne Links sind der am meisten unterschätzte OnPage-Hebel im Shop. Sie zeigen Google, welche Seiten wichtig sind, und verteilen die Kraft von Backlinks auf die Seiten, die ranken sollen.
- Jede wichtige Kategorie ist aus mindestens zwanzig Textlinks erreichbar. Nicht nur aus dem Menü, sondern aus Kategorietexten, Produkttexten und Ratgebern.
- Ankertexte enthalten das Keyword der Zielseite. „tragbare Vaporizer“ statt „hier“ oder „mehr erfahren“.
- Ratgeber verlinken auf Kategorien, Kategorien auf Ratgeber. In beide Richtungen, damit die Kraft nicht in Sackgassen landet.
- Breadcrumbs sind aktiv und mit strukturierten Daten ausgezeichnet.
- Footer verlinkt Kategorien und wichtige Ratgeber. Nicht nur Impressum und AGB.
- Keine internen Links auf Weiterleitungen oder 404-Seiten. Mit einem Crawler prüfen.
Teil 7: Bilder und Medien
- Dateinamen beschreiben das Bild. „arizer-solo-3-vaporizer-schwarz.webp“ statt „IMG_2041.jpg“.
- Alt-Texte beschreiben das Bild für Menschen, mit Keyword, wo es passt. Kein Keyword-Stapel.
- Bilder sind komprimiert und im modernen Format. WebP oder AVIF, maximal 2.000 Pixel Breite für Produktbilder.
- Lazy Loading für Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs. Nicht für das erste Produktbild oder das Hero-Bild.
- Videos werden eingebettet, nicht selbst gehostet. Ein Produktvideo von YouTube lädt schneller als eine 50-Megabyte-Datei auf dem eigenen Server.
Teil 8: Technik und strukturierte Daten
- Canonical-Tags sind auf allen Seitentypen korrekt. Paginierte Seiten zeigen auf sich selbst, Filter-URLs auf die Hauptkategorie, Produkte auf ihre Haupt-URL.
- Filter- und Sortier-URLs sind nicht indexierbar. Per Canonical oder noindex.
- Product-, Offer- und Breadcrumb-Markup ist vollständig. Prüfen mit dem Test für Rich Results von Google.
- Ladezeit mobil unter drei Sekunden. Core Web Vitals in PageSpeed Insights grün. Bei Shopify: Apps reduzieren. Bei WooCommerce: Caching, Hosting, Plugins prüfen.
- HTTPS überall, Sitemap eingereicht, robots.txt blockiert nichts Wichtiges.
OnPage Optimierung in fünf Schritten, plus Monitoring
Vierzig Punkte auf einmal sind zu viel. So arbeitest du sie in einer sinnvollen Reihenfolge ab:
- Woche 1: Crawl und Bestandsaufnahme. Screaming Frog über den Shop laufen lassen, Search Console öffnen. Ergebnis: Liste doppelter Titles, fehlender H1, falscher Canonicals, indexierter Filter-URLs, 404-Seiten.
- Woche 2: Technik bereinigen. Punkte 36 bis 40. Einmalige Eingriffe, die auf alle Seiten wirken.
- Woche 3 bis 8: Die zehn wichtigsten Kategorien. Punkte 1 bis 19 und 25 bis 30 pro Kategorie. Eine Kategorie pro Woche, beginnend mit der umsatzstärksten.
- Monat 3 bis 4: Top-Produkte. Punkte 20 bis 24 für die oberen zehn Prozent, Vorlage für den Rest.
- Monat 4 bis 6: Bilder, Ratgeber, Verlinkung ausbauen. Punkte 31 bis 35, dann Ratgeber mit Links auf Kategorien.
Ab dem ersten Tag läuft das Monitoring mit: In der Search Console prüfst du wöchentlich Impressionen und Klicks pro Unterseite und die Suchbegriffe, für die jede Kategorie gefunden wird. So siehst du, welche OnPage-Änderung gewirkt hat und welche Unterseiten als Nächstes dran sind.
Diese Reihenfolge haben wir bei BioBloom, einem Bio-CBD-Shop aus Österreich, angewendet. Seit 2024 ist der Sichtbarkeitsindex von 0,15 auf 0,52 gestiegen, bei einem Budget von 2.000 Euro pro Monat. OnPage war der erste Block, Linkbuilding kam ab dem dritten Monat dazu.
OnPage Optimierung und OffPage: Was allein nicht reicht
OnPage bringt in weniger umkämpften Nischen Rankings auf Seite 1. In umkämpften Nischen wie CBD, Vaporizer oder Liquids bringt OnPage Rankings auf Seite 2 und ist die Voraussetzung dafür, dass Backlinks überhaupt wirken. Ein Link auf eine Kategorieseite ohne Text und Struktur verpufft. Derselbe Link auf eine sauber optimierte Seite hebt sie in die Top 10.
Der CBD-Shop Happy-420 hat in sechs Monaten seinen Umsatz verachtfacht. Die Reihenfolge war: erst OnPage für Kategorien, dann Content, dann Links auf die optimierten Seiten. Wer die Reihenfolge umdreht und zuerst Links kauft, verschenkt Geld. Die Grundlagen zu Links findest du in Was sind Backlinks und Wie wichtig sind Backlinks wirklich. Den Aufbau übernehmen wir auf Wunsch als Linkbuilding Agentur.
OnPage für die KI-Suche
ChatGPT, Perplexity und Gemini zitieren Seiten, die Fragen klar beantworten. Das ist OnPage in Reinform: FAQ-Blöcke mit Frage als H3 und Antwort in zwei bis drei Sätzen, Tabellen mit Vergleichen, eindeutige Produktdaten im Markup, konsistente Angaben zu Preis und Verfügbarkeit. Wer die Punkte 9, 18, 38 und 15 sauber umsetzt, hat für die KI-Suche die Grundlage gelegt.
Ob dein Shop in KI-Antworten vorkommt, prüfen wir mit dem Gratis-GEO-Check: zehn Kaufabsichts-Prompts deiner Nische in ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude, Ergebnis in 48 Stunden, ohne Mindestgröße. Mehr auf der Seite GEO Agentur.
Häufige Fragen zur OnPage Optimierung
Was ist der Unterschied zwischen OnPage und OffPage Optimierung?
OnPage ist alles auf der eigenen Domain: Inhalte, Meta-Elemente, Struktur, Technik. OffPage ist alles außerhalb: Backlinks, Erwähnungen, digitale PR. OnPage kontrollierst du vollständig, OffPage nur indirekt.
Wie lange dauert es, bis OnPage Optimierung wirkt?
Technische Korrekturen wie Canonicals zeigen sich in ein bis vier Wochen. Kategorietexte und interne Verlinkung bewegen Rankings nach vier bis zwölf Wochen. In umkämpften Nischen reicht OnPage allein für Seite 2, für Seite 1 brauchst du zusätzlich Links.
Welche Tools brauche ich für OnPage Optimierung?
Google Search Console für Rankings und Indexierung, Screaming Frog für den Crawl, PageSpeed Insights für Ladezeit, den Test für Rich Results für Markup. Alle kostenlos oder in der Basisversion ausreichend.
Muss ich jede Produktseite optimieren?
Nein. Top-Produkte nach Umsatz und Suchvolumen bekommen eigene Texte, der Rest eine gute Vorlage. Bei 2.000 Produkten sind das 100 bis 200 Seiten mit Handarbeit.
Was kostet OnPage Optimierung bei einer Agentur?
Als Teil einer Betreuung liegen unsere Pakete laut Referenzen zwischen 1.000 und 5.000 Euro pro Monat. Einzelne SEO Texte für Kategorien gibt es ab 250 Euro pro Text. Ein SEO Audit mit priorisierter OnPage-Liste ist als eigene Leistung buchbar, ein Fixangebot gibt es nach dem kostenlosen Erstgespräch.
Fazit: OnPage ist das Fundament, nicht das Dach
OnPage Optimierung ist der Teil der Shop-SEO, den du sofort und ohne Budget angehen kannst. Vierzig Punkte, sechs Monate, eine klare Reihenfolge: erst Technik, dann Kategorien, dann Produkte, dann Ratgeber. Das Ergebnis ist ein Shop, den Google versteht und den Links nach oben tragen können. Ohne dieses Fundament verpufft jeder Backlink und jeder Ratgeber.
Wenn du wissen willst, welche der vierzig Punkte dein Shop erfüllt, mach den kostenlosen SEO-Check oder vereinbare ein kostenloses Erstgespräch. Wie wir OnPage in der laufenden Betreuung angehen, steht auf der Seite SEO Betreuung.


